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Kapitalkompass
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Sparplan pausieren oder durchziehen? Meine Haltung dazu

Warum ich meinen ETF-Sparplan auch in schwachen Marktphasen weiterlaufen lasse, und in welchen Situationen eine Pause für mich trotzdem infrage käme.

Simon Ender · Gründer von Kapitalkompass2 Min. Lesezeit
Symbolgrafik: Pause- und Play-Symbol neben einem Sparplan-Chart

Wenn die Kurse ein paar Wochen am Stück fallen, kommt bei mir jedes Mal derselbe Gedanke: Sollte ich den Sparplan nicht lieber kurz pausieren, bis sich die Lage beruhigt hat? Bisher habe ich das nie gemacht, und ich will kurz erklären, warum.

Der Grundgedanke: fallende Kurse sind kein Signal zum Aufhören

Ein ETF-Sparplan lebt vom sogenannten Durchschnittskosteneffekt: Bei niedrigen Kursen kaufe ich automatisch mehr Anteile, bei hohen weniger. Genau in Phasen fallender Kurse arbeitet dieser Effekt für mich, nicht gegen mich, weil ich günstiger einkaufe als vorher. Wenn ich in solchen Phasen pausiere, verpasse ich genau die Käufe, die im Rückblick oft am günstigsten waren. Mehr zur Logik dahinter im Artikel ETF-Sparplan starten in Österreich.

Warum mich das trotzdem nicht kalt lässt

Ich will nicht so tun, als wäre mir das emotional egal. Wenn der Depotwert über Wochen rot ist, fühlt sich das nicht gut an, ganz unabhängig davon, was ich rational über Diversifikation und Anlagehorizont weiß. Der Unterschied ist nur, dass ich diese Reaktion mittlerweile erkenne und bewusst nicht danach handle.

Wann ich eine Pause trotzdem für sinnvoll halte

Es gibt für mich einen Fall, in dem eine Pause tatsächlich Sinn ergibt: wenn sich meine finanzielle Situation ändert, zum Beispiel bei einem Jobwechsel mit unsicherem Einkommen oder wenn mein Notgroschen angegriffen wurde und zuerst wieder aufgefüllt werden muss. Dazu mehr im Artikel Notgroschen berechnen. Das ist dann aber eine Entscheidung aus der eigenen Liquiditätslage heraus, nicht wegen der Marktlage.

Was ich stattdessen mache, wenn mich die Kurse nervös machen

Statt zu pausieren, schaue ich mir lieber noch einmal an, warum ich überhaupt in einen breit gestreuten ETF investiere und nicht in einzelne Aktien, siehe dazu Risiko und Rendite. Das hilft mir meistens mehr als der Blick auf den tagesaktuellen Kurs.

Mein Fazit

Für mich persönlich ist die Konsequenz wichtiger als der perfekte Zeitpunkt. Ein Sparplan, der über Jahre unregelmäßig pausiert und wieder gestartet wird, bringt aus meiner Sicht weniger als einer, der einfach durchläuft, auch wenn das in schwachen Monaten Überwindung kostet. Das ist meine persönliche Haltung dazu, keine allgemeingültige Regel, die für jede Lebenssituation passt.